Carlos Tornel ist ein in Mexiko ansässiger Forscher und Autor, dessen Arbeit an der Schnittstelle von politischer Ökologie, kritischer Geographie und territorialen Auseinandersetzungen liegt. Seine Forschung konzentriert sich auf zeitgenössische Formen von Kolonialität, Kapitalismus und Extraktivismus sowie auf die Konflikte, die sogenannte „Energiewenden“ prägen – von der Ausweitung fossiler Infrastrukturen und dem mit „grünen“ Technologien verbundenen Bergbauboom bis hin zu Prozessen der Militarisierung, Enteignung und territorialen Neuordnung im Zusammenhang mit Megaprojekten und Logistikkorridoren.
Unter Einbeziehung dekolonialer und kritischer Perspektiven – einschließlich Debatten über Autonomie, Subsistenz, Gerechtigkeit und das Pluriversum – stellt seine Arbeit liberal-moderne Denkrahmen infrage, die die sozio-ökologische Krise oft auf Fragen des Managements, der Effizienz oder der „guten Regierungsführung“ reduzieren, und hebt stattdessen deren historische und strukturelle Wurzeln hervor.
Neben seiner akademischen Tätigkeit beteiligt er sich an Netzwerken und kollektiven Prozessen, die darauf abzielen, territoriale Alternativen und Praktiken gegenseitiger Unterstützung zu stärken, wobei er theoretische Reflexion, redaktionelle Arbeit und die Erstellung von Kommunikationsmaterialien miteinander verbindet.
Über Räume wie die Global Tapestry of Alternatives und den Southern Ecosocial and Intercultural Pact fördert er Süd-Süd-Austausch sowie Projekte zur Verbreitung und Systematisierung von Konzepten und Erfahrungen, mit besonderem Schwerpunkt auf radikalen Alternativen, pluriversalen Territorialitäten und der Kritik am Mythos des Fortschritts.
Sein Werdegang verbindet wissenschaftliche Arbeit mit öffentlich zugänglichen Essays und wird getragen von dem Engagement, Konflikte sichtbar zu machen, Horizonte der Autonomie offenzuhalten und Übergänge zu denken, die keine neuen Formen von Abhängigkeit und sozio-ökologischen Opfern reproduzieren.