Azize Aslan ist eine kurdische Soziologin, Aktivistin und Autorin, die sich mit antikapitalistischer Ökonomie, demokratischer Autonomie und feministischer Gesellschaftstheorie auseinandersetzt. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Analyse mit politischer Praxis und ist eng mit den Erfahrungen der kurdischen Bewegung in Nord- und Ostsyrien (Rojava) verknüpft. Im Zentrum ihres Denkens steht die Frage, wie eine emanzipatorische Gesellschaft jenseits von Nationalstaat und kapitalistischer Wirtschaftsordnung organisiert werden kann.
Azize Aslan versteht die Demokratisierung der Ökonomie als Voraussetzung jeder befreienden Praxis. In ihren Arbeiten betont sie, dass ökologische Nachhaltigkeit, kollektive Selbstverwaltung und die Sichtbarmachung von Sorge- und Reproduktionsarbeit untrennbar miteinander verbunden sind. Die von Frauen getragene Care-Arbeit, die im Kapitalismus häufig unsichtbar bleibt oder entwertet wird, rückt sie ins Zentrum einer sozialen und ökologischen Ökonomie. Damit verknüpft sie feministische Theorie mit konkreten Projekten wie Genossenschaften und basisdemokratischen Strukturen.
In ihrer Forschung und politischen Arbeit schlägt Azize Aslan Brücken zwischen kurdischen, zapatistischen und anderen globalen emanzipatorischen Bewegungen. Sie versteht den Kampf gegen patriarchale und kapitalistische Strukturen als transnationales Projekt und positioniert die kurdische Frauenbewegung als wichtigen Akteur im globalen Ringen um soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und demokratische Selbstbestimmung.