Teresa Vicente

Teresa Vicente ist eine spanische Professorin für Rechtsphilosophie und Direktorin des Lehrstuhls für Menschen- und Naturrechte an der Universität von Murcia. Seit ihrer Tätigkeit als Anwältin zwischen 1987 und 1994, konzentriert sie sich auf Fragen sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, welche sie als Forscherin maßgeblich vorantreibt. Sie ist Kämpferin und Aktivistin für die Rechte der Natur.

Im Jahr 2023 erhielt sie eine Ehrenmedaille des Europarats für ihr ehrenamtliches Engagement und 2024 wurde Vicente für ihre wertvolle Arbeit mit dem bedeutenden Goldman Prize für Europa ausgezeichnet. Der Preis würdigt beeindruckende Persönlichkeiten für den Kampf um Natur und Umwelt.

 

Besonders für den bahnbrechenden Erfolg ihrer Kampagne zum Schutz des Mar Menor in der Region Murcia wird Teresa Vicente hoch angesehen. Durch sie wurde die größte bestehende Salzwasserlagune Europas vor einer Krise bewahrt – der irreversiblen Verschmutzung durch Bergbau, Landwirtschaft, Viehzucht und Ausbau der Infrastruktur. Diese hatte nicht nur Folgen für die Bewohner*innen, sondern auch für den Tourismus und vor allem das Ökosystem. Den Zuspruch einer Rechtspersönlichkeit, welchen es in Europa noch nicht gab, sah sie als einzige Möglichkeit, diesen besonderen Ort nachhaltig zu schützen. Im Jahr 2020 startete Vicente ihre Kampagne, zu der sich hunderttausende Menschen anschlossen. Die dafür ausschlaggebende Gesetzesgebungsinitiative, bei der die Bürger*innen dem Parlament Gesetze vorschlagen können, benötigte 500.000 handschriftliche Unterschriften. Diese legte die Professorin im September 2022 dem Senat vor, der das Gesetz final verabschiedete.  Vor allem im Rahmen der Grassroots-Umweltbewegung, stellt Teresa Vicentes Kampagne einen revolutionären Präzedenzfall für den Paradigmenwechsel in der politischen Praxis dar – dem Verständnis der Natur als Subjekt.

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