PLURIVERSUM – Global South Impulses ist ein multimediales Dialogformat, das politische Analyse, persönliche Erfahrungsberichte, Live-Musik und künstlerische Projektionen zu einem intensiven Gesamterlebnis verbindet.
Das Programm ist als Nachfolgeformat der bisherigen PLURIVERSUM-Reihe zu verstehen, trägt nun jedoch den Titel PLURIVERSUM – Global South Impulses und stellt eine inhaltliche Vertiefung dar: Der Fokus liegt noch stärker auf Perspektiven aus dem Globalen Süden, auf konkreten Praxiserfahrungen und auf der Verbindung globaler Impulse mit lokalen Handlungsmöglichkeiten.
Im Zentrum stehen Intellektuelle, Aktivistinnen, Forschende und Politikerinnen aus verschiedenen Weltregionen, die globale Krisen, soziale Ungleichheiten und alternative Zukunftsentwürfe aus ihrer eigenen Praxis heraus in einen öffentlichen Dialog einbringen. Moderiert wird der Abend von Alberto Acosta und der Journalistin Sandra Weiss, die beide eigenständige Impulse setzen. Das Publikum ist eingeladen, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.
Musikalisch wird das Gespräch vom Grupo Sal – Sextett begleitet; die visuellen Projektionen von Johannes Keitel schaffen einen ästhetischen Resonanzraum, der komplexe globale Zusammenhänge sinnlich erfahrbar macht.
Thematisch geht es um Klima- und soziale Gerechtigkeit, Rechte der Natur, indigene Souveränität, demokratische Teilhabe, Dekolonialität und zivilgesellschaftliches Engagement unter repressiven Bedingungen – stets mit dem Anspruch, Perspektiven des Globalen Südens sichtbar zu machen und mit lokalen Kontexten zu verbinden.
Am Folgetag vertiefen Workshops die Impulse der Abendveranstaltung und übersetzen sie in konkrete Handlungsmöglichkeiten für zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement. Als internationale Gastrednerin wird unter anderem die Soziologin und Autorin Azize Aslan erwartet.
„Ein Funken Pluriversum“ entspringt dem multimedialen Großprojekt „Pluriversum“. Dieses Event verbindet pointierte Beiträge zu internationalen entwicklungspolitischen Brennpunkten mit lateinamerikanischer Musik von Grupo Sal Duo und faszinierenden Projektionen des Künstlers Johannes Keitel. Zusammen mit Alberto Acosta und bezugenehmend auf verschiedenste Perspektiven aus dem Globalen Süden werden dort wichtige Aspekte einer nachhaltigeren und gerechteren Welt diskutiert.
Durch das Zusammenspiel von Musik, Projektionen und entwicklungspolitischen Impulsen wird die pluriversale Botschaft sinnlich erfahrbar gemacht. Gemeinsam mit dem Grupo Sal Duo und Alberto Acosta tauchen wir ein in die Welt des Pluriversums.
Als Hommage an Ernesto Cardenal und mit Blick auf seinen anstehenden 100. Geburtstag im nächsten Jahr sowie anlässlich der Herausgabe des beeindruckenden Gedankenbandes „Heimweh nach dem Paradies – Ernesto Cardenal: Dichter, Priester, Revolutionär“ laden wir dazu ein, sein eindrucksvolles Leben, sein Werk und seinen prägenden literarischen und politisch-theologischen Fußabdruck gemeinsam mit uns zu feiern.
Cardenal war politischer Dichter, aber auch tief gläubiger Mystiker. Er war Priester, der das Paradies nicht im Jenseits suchte, und nahm als Vertreter der urchristlichen Vorstellung die Welt als Ganzes in den Blick. Vor allem schuf er als Revolutionär Raum für politische und sozialrevolutionäre Diskurse und prägte diese international und generationen-übergreifend.
Als „Stimme des Südens“ inspiriert er bis heute vor allem europaweit die Eine-Welt-Bewegung und Aktivist*innen im Kampf um die Gerechtigkeit.
Heimweh nach dem Paradies ist eine einzigartige Fotobiographie mit Ausschnitten seiner schönsten Texte, die von Hermann Schulz und Lutz Kliche ausgewählt wurden. Die beiden Verleger und Übersetzer waren Freunde und Wegbegleiter von Ernesto Cardenal. Sie vervollständigen die Chronologie mit teils unveröffentlichten Fotos und persönlichen Eindrücken und bereiten sein Wirken und die sein Leben prägenden Stationen ergreifend auf. Ergänzt wird das literarische Werk durch Erinnerungen namhafter Persönlichkeiten, wie Heinrich Böll, Dorothee Sölle, Dietmar Schönherr und Johann Baptist Metz.
Im Vordergrund der Veranstaltung steht die Sensibilisierung für die visionäre Kraft des Wirkens und der Lyrik von Ernesto Cardenal: als einer der herausragenden Vertreter der Theologie der Befreiung, als ein Titan der lateinamerikanischen Literatur und als Zeuge und Mitgestalter einer kurzen aber intensiven gesellschaftlichen Ära sozialer Emanzipation und gelebter Träume. Dies geschieht mithilfe einer spannenden Kombination aus Lesung, Geschichtenerzählung und Musik.
Das Leben von Ernesto Cardenal ist von überaus spannenden Momenten geprägt, die sich in zeitgeschichtlich relevanten Kontexten ereigneten. Die Passagen und Stationen seines Lebens werden von seinem Übersetzer und innigen Freund – Lutz Kliche – mit viel Humor und Zuneigung erzählt, der viele davon miterlebt hat.
Ernesto Cardenals Texte werden von namhaften Persönlichkeiten kongenial vorgetragen, die deren volle Leuchtkraft entfalten.
Das Grupo Sal Trio, bestehend aus ebenso langjährigen Freunden und Partnern von Ernesto Cardenal, schlägt in unverwechselbarer Form die Brücke zwischen Poesie und Musik. Aníbal Civilotti, Fernando Dias Costa und Roberto Deimel kreieren eine intensive, passionierte Atmosphäre, die der Lyrik und den Geschichten einen sinnlichen Rahmen verleiht.
Die Veranstaltungsreihe ist zugleich eine zutiefst ergreifende Hommage an den mystisch-revolutionären Lyriker und Theologen Ernesto Cardenal wie auch die Kontextualisierung seiner Botschaften in einem hoffnungsvollen und zukunftsgewandten Diskurs.
Mit dem Programm Fuego&Luz wird das faszinierende musikalische Spektrum von Grupo Sal SEXTETT um fantastische Video-Mapping-Projektionen des Projektionskünstlers Johannes Keitel bereichert!
Die Latino-Kult-Band Grupo Sal, die seit über 40 Jahren besteht, hat sich im deutschsprachigen zu einer der wichtigsten Botschafter der lateinamerikanischen Musik entwickelt. Keine Band bedient ein vergleichbares Spektrum an Stilen und Stimmungen dieser Musikrichtung mit einer derartigen Intensität. Die Aufführung Fuego&Luz leuchtet nicht nur durch die hochwertige Musik sondern auch durch die gekonnt eingesetzten Statements zu brisanten gesellschafts- und entwicklungspolitischen Themen.
Grupo Sal ist das inspirierte Zusammenspiel von Virtuosität und Leidenschaft und auch unabhängig von den Programmen bezieht Grupo Sal Position für eine gerechte Welt und ein würdevolles Miteinander.
Die Gruppe besteht aus sechs Multi-Instrumentalisten und Multi-Stilisten: Fernando Dias Costa (Gesang und Percussion), Aníbal Civilotti (Gesang, Gitarre und Percussion), Branko Arnšek (Bass), Harald Schneider (Saxophon, Klarinette) und Andreas Francke (Saxophon, Klarinette).
Grupo Sal und Johannes Keitel entführen das Publikum in eine Welt der Leidenschaft und Vitalität sowie des Klangs und der Farbe.
In dieser Veranstaltung ist erneut der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech zu Gast. Paech ist profilierter Wachstumskritiker und wurde mit seiner Arbeit zum führenden Vordenker der Postwachstumsökonomie im deutschsprachigen Raum.
Derzeit lehrt er als Professor für Plurale Ökonomik an der Universität Siegen.
In seinen Büchern wie „Befreiung vom Überfluss“ oder „All you need is less”, evaluiert der Nachhaltigkeitsforscher Möglichkeiten, unseren zerstörerischen Wachstumspfad zu verlassen und ein Ende der Maßlosigkeit zu finden.
Niko Paech plädiert auf unterhaltende Art und Weise für individuelle Überzeugung zu einem nachhaltigen und konsumbefreiten Leben und weist Wege zur Gestaltung einer resilienten und gerechten Zukunft.
Musikalisch begleitet wird das Event von Grupo Sal DUO, bestehend aus Aníbal Civilotti und Fernando Dias Costa, die durch ihren Beitrag befreiende Lebensfreude und Hoffnung verbreiten um einen Wandel in unserer Lebensweise mit Leichtigkeit zu begrüßen.
PLURIVERSUM verbindet modernste entwicklungspolitische Impulse und Informationen aus aller Welt mit hochwertiger Musik und faszinierenden Projektionen – ein außergewöhnliches Multimedia-Event!
Das Gesamt-Projekt besteht aus einer Reihe von Gesprächen mit live-zugeschalteten Intellektuellen, Forschenden, Aktivist*innen und Politiker*innen aus allen Kontinenten, die an bedeutenden sozial- und umweltpolitischen Auseinandersetzungen beteiligt sind. Wir möchten ihren Stimmen eine Bühne bieten, um ihre für die Gesellschaft bedeutsamen Ansichten und Perspektiven mit der deutschen Öffentlichkeit zu teilen. Denn unter PLURIVERSUM verstehen wir die Erkenntnis, die Anerkennung und die Verbreitung einer unerkannten bzw. unterdrückten Vielfalt von emanzipatorischen Perspektiven.
Impulsgebend für dieses moderne Konzept war „Pluriverso“, ein Lexikon des Post-Development, das unser Freund und Co-Moderator des Programms, Alberto Acosta, 2019 mitveröffentlichte.
Gemeinsam mit der freien Journalistin Sandra Weiss laden Alberto Acosta und Grupo Sal an jedem Abend jeweils eine prominente Persönlichkeit aus einer anderen Region dieser Welt ein, um zukunftweisende Gedanken, Ideen und Konzepte aufzuzeigen und miteinander zu diskutieren. Dabei wird auch dem Publikum die Möglichkeit gegeben, allen Akteur*innen Fragen zu stellen.
Die thematischen Darbietungen werden musikalisch von dem Grupo Sal – Sextett umrahmt und durch den Projektionskünstler Johannes Keitel in einem ästhetischen Kontext visueller und thematischer Verdichtung eingebettet.
Themen, die der Breite der Aktivitäts- und Forschungs-Schwerpunkte der Gastredner*innen entsprechen, sind folgende: Klimagerechtigkeit, Menschenrechte, Rechte der Natur, Stärkung der Zivilgesellschaften, Zeugnis aktueller Auseinandersetzungen, Brücken schlagen zwischen Globalem Süden und Globalem Norden, neue Konzepte, neue Perspektiven, Partizipation, Rechte der indigenen Völker, neue soziale Bewegungen, disruptive Entwicklungen. Insgesamt unter dem Motto: „Was dringend zu tun ist, um die Welt zu verändern und gerechter zu machen.“
In der vergangenen Veranstaltungsreihe, im November 2022, wurden zum Beispiel folgende relevante Erfahrungen und Konzepte durch das persönliche Zeugnis prominenter Vertreter*innen beleuchtet und verknüpft: Der Kampf indigener Völker um den Regenwald (Buen Vivir) – Patricia Gualinga, der wachsende Protagonismus der Afro-Gemeinschaften in Lateinamerika (Sentipensar) – Marilyn Machado Mosquera, die Erfolge des Kampfes gegen die invasive Ölforderung in Afrika, Nigeria (Ubuntu) – Nnimmo Bassey und die basisdemokratische ökologische Bewegung in Indien (Eco-Swaraj) – Ashish Kothari.
Weitere Gastredner*innen der folgenden Veranstaltungen werden unter anderem folgende Persönlichkeiten sein: Elisa Loncón (Chile), Eduardo Gudynas (Uruguay), Arturo Escobar (Kolumbien/USA), Nina Pacari (Ecuador), Ramiro Ávila (Ecuador), Ariel Salleh (Australien), Federico Demaria (Italien), Miriam Lang (Ecuador/Deutschland), Cormac Cullinan (Südafrika), Tom Goldtooth (USA).


In dieser Veranstaltungsreihe trifft der große, lateinamerikanische Intellektuelle und Verfechter der Praxis des „Buen Vivir“ Alberto Acosta auf Niko Paech, Professor für Plurale Ökonomie an der Universität Siegen. Gemeinsam werden alternative Gesellschaftsmodelle ergründet:
Die indigene Praxis „Buen Vivir“ (gutes Leben) propagiert – neben einem Leben im Einklang mit der Natur – für eine neue „Ethik der Entwicklung“, ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Veränderung im Lebens- und Politikstil. Der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech, beschreibt mit seinen Theorien zur Postwachstumsökonomie, wie so ein moderner Lebensstil, der ein „Gutes Leben“ für alle ermöglicht, bei uns aussehen könnte.
Auf erfrischend lockere und humorvolle Weise denken sie ein Ende des ausbeuterischen und zerstörerischen Ressourcenabbaus herbei. Und sie diskutieren, auch unter Einbezug des Publikums die Potenziale des Buen Vivir und der Postwachstumsökonomie für die Gestaltung einer nachhaltigen und gerechten Zukunft unter Berücksichtigung von Faktoren wie Ressourcenknappheit und Verteilungsgerechtigkeit.
Grupo Sal mit ihrer mitreißenden lateinamerikanischen Musik sorgt dafür, dass ein Teil des guten Lebens, der alle Kulturen miteinander verbindet, an diesem Abend direkt erlebbar wird.
Lutz Kliche und Grupo Sal: Eduardo Galeano „Geschichtenjäger“
Eduardo Galeano, 1940 in Montevideo geboren, war Journalist, Essayist und Autor unorthodoxer Geschichtswerke und gilt immer noch als Galionsfigur der linken Intellektuellen Lateinamerikas. Er starb 2015 in seinem Geburtsort. Als Autor wurde Galeano mit seinem zweiten Werk „Die offenen Adern Lateinamerikas“ weltberühmt. Wissenschaftlich fundiert, aber mit Eleganz und Poesie beschreibt Galeano die Geschichte Lateinamerikas seit seiner Entdeckung und thematisiert insbesondere die Kolonialzeit. Sein letztes Werk wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht und erscheint mit dem Titel „Geschichtenjäger“ in Deutsch im März 2018 (Peter Hammer Verlag). Es enthält Geschichten über seine Kindheit und Jugend, seine ersten Reisen durch Lateinamerika und über die Menschen, die ihn prägten, aber auch Gedanken über den Tod, mit dem sich der Autor während seiner langen Krebserkrankung befasste. Anlässlich seines 2. Todestags präsentiert Grupo Sal ein Programm zu Ehren seines Werkes. Lutz Kliche, Freund und Übersetzer Galeanos liest eine Auswahl von Geschichten aus dem postumen Band, aber auch Auszüge aus dem Gesamtwerk des berühmten Autors. Fragmente von Galeanos selbst vorgetragenen Texten lassen die Stimme und die Persönlichkeit des Dichters wiederaufleben.
Gioconda Belli und Grupo Sal DUO: „Nicaragua: Hasta que seamos libres – Bis das wir frei sind“
„Ich werde nicht sterben, ohne das befreite Land zu sehen“, verkündete sie im Frühjahr 2018. Das Programm bietet eine besonders ungewöhnliche Verbindung von Literatur und Politik: die Lesung eigener literarischen Texte – in Deutsch von Viola Gabor vorgetragen – wird mit brisanten Berichten und Analysen zur aktuellen Situation in Nicaragua kombiniert und teilweise durch einen Diskussionsblock erweitert. Dieser wird von Lutz Kliche moderiert. Wenn man Gioconda Belli sprechen hört, wird schnell klar, dass in ihr noch immer eine Kämpferin steckt. Sie selbst war von 1970 bis 1990 aktives Mitglied der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront und setzte sich vor allem für Bildungspolitik und Frauenrechte ein. Heute steht sie der Präsidentschaft Ortegas mit einer äußerst kritischen Stimme gegenüber und lässt sich trotz der Beschuldigung als Protagonistin des Terrorismus nicht von ihrem kämpferischen Weg für ein freies Nicaragua abbringen. Sie trägt stets Hoffnung in sich und schafft es, diese mit ihrer beeindruckenden und auch ein wenig geheimnisvollen Persönlichkeit auf die Menschen zu übertragen.
Mit dem Band „Mich lockt die Liebe mit ihren Stacheln“ legt die Autorin aus Nicaragua eine Sammlung von Gedichten vor, die in den letzten Jahren entstanden sind. Immer noch durchdrungen von großer Sinnlichkeit sind Giocondas Liebesgedichte, immer noch von Leidenschaft geprägt ihre Gedichte, die aufbegehren gegen die Unterdrückung der Frau und ihrer Sexualität überall auf der Welt.
Die brutale Verschärfung der Repression und der Verfolgung unter dem Ortega-Regime zwang die Schrift-stellerin ins spanische Exil. Gioconda Bellis Lyrik und Essays der letzten Jahre geben Zeugnis des zunehmend diktatorischen Charakters der nicaraguanischen Macht-Elite.
Das Programm bietet eine besonders ungewöhnliche Verbindung von Literatur und Politik: Die Lesung eigener literarischer Texte wird mit Berichten und Analysen zur aktuellen Situation in Nicaragua kombiniert und, falls erwünscht, durch einen Diskussionsblock erweitert. Dieser wird von Lutz Kliche moderiert.
Im Wechselspiel mit den gesprochenen Beiträgen entfacht Grupo Sal DUO, Aníbal Civilotti und Fernando Dias Costa, mit seiner Musik unglaubliche Lebensfreude, Kraft und Hoffnung. Dabei entsteht eine mitreißende Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.
Sprecherin: Viola Gabor
Moderation: Lutz Kliche
Foto: Managua, Nicaragua. 23/07/2018. Entrevista con la poeta y escritora Gioconda Belli. Oscar Navarrete/THE SUNDAY TIMES
„Während andere aufgeben mussten, wird Sarayaku niemals aufgeben“, verkündete Patricia Gualinga, die ehemalige Sprecherin der indigenen Kichwa-Gemeinde Sarayaku in einem Gespräch mit Amazon Watch im Jahre 2013. Die Gemeinde führt seit Langem einen erfolgreichen Kampf gegen das Eindringen in ihr Territorium durch internationale Ölkonzerne für die Gewinnung von Öl, Gas und Mineralien und erlangte so weltweite Bekanntheit.
Patrica Gualinga setzt den Kampf um das Territorium und ein Leben in Einklang mit der Natur im größeren Kontext der internationalen Bemühungen um eine nachhaltige Zukunft. Die Bewahrung der Traditionen und der reichen kulturellen Identität und der eigene Brückenschlag in die sogenannte Moderne erschaffen einen kreativen Raum für einen unerlässlichen Dialog und Austausch in einer Zeit am Scheideweg.
Wichtig dabei ist auch ihre frauenspezifische Perspektive, als Sprecherin ihres Dorfes und auch als Vorbild vieler Frauen in der Verteidigung des Regenwalds.
Mit den Erzählungen und Berichten von Patricia Gualinga und der leidenschaftlichen Musik von Grupo Sal kommt eine einzigartige Collage zusammen, die informiert, hinterfragt, zur Diskussion anregt, berührt und bewegt.
Die Geschichte von Sarayaku fordert auf, die herrschenden zerstörerischen Lebens- und Wirtschaftsweisen radikal in Frage zu stellen. Durch den Dialog mit indigenen Völkern erhalten wir einen Einblick, in ein – in wohlhabenden Ländern – weitgehend verloren gegangenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur.
Die Musik von Grupo Sal geht dabei weit über die Rolle als begleitende Musik hinaus. Inhaltlich und musikalisch adäquat eingeflochten, wird sie ebenso Hauptbestandteil des Programms. Die künstlerische Herangehensweise ermöglicht einen ungewöhnlich, sinnlichen Zugang zu den Kernaussagen des Programms. Im Wechselspiel mit den inhaltlichen Beiträgen entsteht so eine unvergessliche, mitreißende Atmosphäre.
Die Moderatorinnen und Übersetzerinnen Riccarda Flemmer und Laura Rupp gestalten durch ihre eigene Perspektive, ihr fundiertes Fachwissen und weitreichenden Erfahrungen das Programm mit. Ihr politischer und fachlicher Input bereichert die Debatte, die auch interaktive Elemente mit dem Publikum beinhalten darf.
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