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Alvaro Ramazzini
 
Alvaro Leonel Ramazzini Imeri wurde 1947 in Guatemala-Stadt geboren. 1971 empfing er die Priesterweihe. Er studierte Philosophie in Guatemala, Theologie in Mexiko und in Rom. 1981 promovierte er im Kanonischen Recht. 1982 wurde er zum Direktor des Großen Prieserseminars von Guatemala ernannt. 1987 arbeitete er als Priester in San Juan Sacatepequez. Ende 1988 wurde er zum Bischof von San Marcos ernannt: Bischofsweihe am 06.01.1989. Im Rahmen der guatemaltekischen Bischofskonferenz war er Generalsekretär (1990), Delegierter bei der „Nationalkommission für Versöhnung und Dialog“ (1991-96), Präsident für Medien und soziale Kommunikation (1993-96), Koordinator der interdiözesanen Landpastoral, Präsident des Sekretariats der zentralamerikanischen Bischofskonferenz (2000-2005).

Im Bistum San Marcos leben derzeit knapp überwiegend indigene 800 000 Einwohner. 75% sind katholische Christen. Gemeindegrößen von 20.000 bis 60.000 Gläubigen sind in Guatemala keine Seltenheit.

Es gibt große Armut und eine schwierige soziale Situation: für die ganze Diözese stehen derzeit 160 Krankenhausplätze in 2 Häusern zur Verfügung.

Die Landfrage ist einer der Grundkonflikte Guatemalas: 2,5% der Landeigentümer besitzen 65% des Bodens. Auf den Fincas und Haciendas der Großgrundbesitzer wird unter Einsatz von Maschinen für den Export produziert, während die Kleinbetriebe den inländischen Markt versorgen, oder für den Eigenverbrauch produzieren. In der ungerechten Besitzverteilung - für die meisten Kleinbauern reicht der Boden nicht um den überlebensnotwendigen Mais anzupflanzen - liegt die Hauptursache für die kriegerischen Auseinandersetzungen.

Bischof Ramazzini setzt sich für die indigene Landbevölkerung ein, baut Sozialprojekte auf und setzt sich für eine gerechte Landverteilung ein. Durch den Hirtenbrief 1988 „Der Schrei nach Land“ hatten sich die guatemaltekischen Bischöfe ausdrücklich in den Dienst der Befreiung der Bauern von Unrecht und Hunger gestellt und ihre Landpastoral „Pastoral de Ia Tierra“ diesem Ziel untergeordnet.

Bischof Ramazzini ist in Guatemala vor allem durch seine klaren Worte gegen Gewalt, soziale Ungerechtigkeit und Straflosigkeit bekannt geworden. In den vergangenen Jahren wurde er mehrfach bedroht. Zuletzt konnte am 21. Januar 2005 ein Mordkomplott gegen ihn aufgedeckt werden.