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Die Hälfte der 6 Millionen Menschen in Bolivien leben auf dem Land ohne jede ärztliche Versorgung. Von 4 Kindern stirbt eines ehe es 5 Jahre alt ist an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten wie Masern, akute Infektionen der Atemwege, Durchfall und Austrocknung oder Unterernährung.

Das "Andische Ländliche Gesundheitsprogramm" (Andean Rural Health Care, ARHC) widmet sich der Aufgabe, den ländlichen Armen durch Gesundheitserziehung, Ausbildung von Hilfskräften vor Ort, Prävention und Heilung zu helfen. Die Organisation arbeitet mit der Methodistischen Kirche Boliviens im Geist der jüdisch-christlichen Tradition des Dienstes an den Ärmsten zusammen. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, Hilfskräfte ("barfüßige Ärzte") in einem einjährigen Kurs auszubilden und sie mit ausreichender Bezahlung anzustellen. Es geht hier um grundlegende, lebensrettende Versorgung für alle, nicht um eine hochtechnologisierte Medizin.

Seit 1991 arbeitet die Tochter von Dorothee Sölle, Dr. med. Caroline Sölle de Hilari als "directora" im Altiplano. In einem Brief schreibt sie: "Im letzten Jahr konnten unter anderem zwei Jugendliche aus Ancoraimes ihre Ausbildung als Krankenpfleger machen, weil ARHC ihr Schulgeld und ihren Unterhalt bezahlte. Dabei handelt es sich erstens um Sabina Poma, eine &Mac226;cholita’, wie man in Bolivien sagt, also eine junge Frau in traditioneller Indianerinnentracht aus Ancoraimes. Der andere ist Demetrio Ticona, ein gehbehinderter junger Mann aus dem abgelegenen und traumhaft schönen Dorf Inka Katurrapi (Inka´s Markt). Das Dorf liegt von jeglicher Einrichtung der Gesundheitsfürsorge (z.B. Apotheke) sieben Wanderstunden weit entfernt. Laster kommen nur am Samstag zum Markt, bei der Rückfahrt nehmen sie Passagiere oben auf die Ladung. Busse gibt es nicht, Strom oder gar Telefon natürlich erst recht nicht. Wer unter der Woche krank wird, muß einen Verwandten losschicken, und bei schwerer Krankheit gleich schon viel Geld für das Benzin der Ambulanz mitgeben.

Für diesen Ort und die angrenzenden 5 Dörfer in der Umgebung möchten wir eine kleine Sanitätsstation einrichten, mit minimalster Apotheke, Nahtmaterial für Wunden, einem gasbetriebenen Kühlschrank für Impfstoff und idealerweise einer solarbetriebenen Funkstation, um in Notfällen die Ambulanz rufen zu können. Doch hierzu bräuchten wir vor allem anderen eine ausgebildete Kraft, der das Leben in so einem Dorf nicht zu fremd und zu langweilig ist.
Demetrio stammt aus Inka Katurrapi und war schon lange als freiwilliger Helfer Im Kranken-haus in Ancoraimes. Durch seine Behinderung muß er einerseits sich eine andere Lebensgrund-lage schaffen als die Landwirtschaft, andererseits hat er auch mehr Verständnis für kranke Menschen. Demetrios Jahresgehalt kostet etwa 3.500,. DM, der Sanitätsposten kostet mit Funk ca. 20.000,- DM."

 
 
   


Spendenkonto: Eine Welt Verein

Stichwort "Bolivienhilfe"
Girokonto-Nr. 600 552 33
Sparkasse Dieburg, BLZ 508 526 51