Dorothee Sölle

Geboren 1929 in Köln, studierte Dorothee Sölle Philosophie und alte Sprachen in Köln und Freiburg, sowie Evangelische Theologie und Germanistik in Göttingen. Sie promovierte 1954 über das literaturwissenschaftliche Thema „Untersuchungen zur Struktur der Nachtwachen von Bonaventura”.

Trotz Promotion (1954), Habilitation (1971), ordentlicher Professur in New York (1975-87) und Pariser Ehrenpromotion (1977) bekam die profilierte deutsche Theologin und Autorin von keiner deutschen Universität je eine ordentliche Professur angeboten. In Deutschland bezeichnete sie sich am liebsten schlicht als „freie Schriftstellerin”.

Die Germanistikdozentin gründete 1968 in Köln das ökumenische „Politische Nachtgebet”, dem es um die Verbindung zwischen aktuellen Themen wie Vietnamkrieg, Obdachlosigkeit, Dritte Welt mit Meditation, Diskussion und gemeinsamen Aktionen ging. Außerdem interessierte sie sich auch für die lateinamerikanische Befreiungstheologie, unternahm Reisen nach Nicaragua und El Salvador und unterstützte Basisgemeinden und Widerstandsbewegungen.

Ihre zahlreichen Bücher, darunter viele Lyrikbände, sind leidenschaftliche Zeugnisse einer konkret engagierten Christin, Sozialistin, Feministin, Pazifistin und Ökologin.

Dorothee Sölle war mit Fulbert Steffensky verheiratet, hatte vier Kinder und lebte zuletzt als freie Schriftstellerin und Theologin in Hamburg. In den letzten sieben Jahren ihres Lebens unternahmen Grupo Sal und Dorothee Sölle zusammen unzählige Tourneen. Sie starb am 27. April 2003.

http://www.dorothee-soelle.de/

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